Das Bregge-Haus, erbaut im Jahr 1907 in Marpingen-Urexweiler, diente als Wohn- und Gasthaus mit einer Metzgerei im Kellergeschoss. Die letzten Bewohner waren die Geschwister Nikolaus und Josefine Brehm und schon zu ihren Lebzeiten rankten sich viele Geschichten um ihre Kauzigkeit. Sie betrieben eine kleine Landwirtschaft und daneben bis in die Siebzigerjahre die Wirtschaft mit einer Außenkegelbahn. Er starb im Jahr 1995 und sie im Jahr 2003.

 

Die Gemeinschaft weitläufiger Verwandtschaft, die 2003 nach dem Tod von Frau Brehm nicht nur das Haus, sondern auch etliche Grundstücke erbte, hat das Gebäude bis auf wenige Gegenstände ausgeräumt. Dann übernahm ein Herr das Anwesen, der es allenfalls extensiv nutzen und überwiegend und so lange wie möglich in dem Zustand erhalten möchte, wie er es bei seiner Übernahme vorfand. Offenbar ist an dem Haus baulich kaum etwas verändert worden während der knapp 100 Jahre, die es bewohnt wurde.

 

Außer der Beleuchtung und etlichen Tauchsiedern wurden in dem Wohnbereich des Hauses bis zum Tod von Josefine Brehm keine elektrischen Geräte betrieben. Fließendes Wasser gab es nur in der Küche an einem Fensterausguss aus Metall. In den Achtzigerjahren wurde rechts daneben ein kleines Handwaschbecken nachgerüstet, ebenfalls mit nur einem Kaltwasserhahn. Es war kein WC vorhanden, sondern nur Plumpsklos auf dem Hof.

 

Für heutige Verhältnisse ist es kaum zu fassen, in welcher Bescheidenheit die Geschwister Brehm gelebt haben, und zwar aus Überzeugung und nicht wegen fehlender Mittel. Die Gemeinde hatte wohl sogar angeboten, das Bregge-Haus im Tausch gegen einen zeitgemäßen Neubau zu übernehmen, um es abreißen und die Hauptstraße an der Stelle begradigen zu können. Aber das war nicht im Sinne von Nikolaus und Josefine Brehm.

 

Die Fotos entstanden im Rahmen des Tags des offenen Denkmals im September 2022.

 

Fotografen und genaue Aufnahmezeitpunkte der beiden folgenden Aufnahmen sind mir leider nicht bekannt. Sie zeigen das Bregge-Haus in den Zwanzigerjahren sowie Nikolaus und Josefine Brehm mit ihren Eltern.