Das KZ Natzweiler-Struthof in den landschaftlich reizvollen, aber klimatisch oft rauhen Vogesen war das einzige KZ auf französischem Boden. Es wurde im Mai 1941 in der Nähe des von der SS konfiszierten Gasthauses „Le Struthof“ eröffnet, das bis dahin als Ausflugslokal bei Wanderern und Skifahrern beliebt war. Dem KZ angeschlossen waren ca. 70 Außenlager beiderseits des Rheins.

 

Die Häftlinge, überwiegend Widerstandskämpfer, wurden hauptsächlich in der Rüstungsindustrie ausgebeutet, außerdem mussten viele Deportierte in Natzweiler in einem Steinbruch roten Granit abbauen. Aus Granit waren auch die Treppen zwischen den Terrassen des KZ mit hohen, unregelmäßigen Stufen und schmalen Tritten, so dass sie für die misshandelten und geschwächten Häftlinge kaum zu bewältigen waren, wenn sie schwere Lasten hinauf- und hinuntertragen mussten.

 

Im Laufe seines Bestehens entwickelte sich das KZ Natzweiler-Struthof vom Arbeits- zum Todeslager mit Gaskammer und Krematorium. Es wurde auch für medizinische Experimente genutzt, in vielen Fällen mit tödlichem Ausgang. Insgesamt fielen etwa 22.000 KZ-Insassen Hunger, Krankheit, Folter und Mord zum Opfer.

 

Im September 1944 gab das NS-Regime das Hauptlager auf. Die Häftlinge wurden auf die Außenlager verteilt, von denen viele bis Kriegsende fortbestanden.