Etliche Bahnhöfe im Saarland (und ebenso in den anderen Bundesländern) bestehen nur noch aus Bahnsteigen, einem Fahrkartenautomaten, natürlich den Gleisen und manchmal auch Wartehäuschen mit Bänken auf den Bahnsteigen. Diese reduzierten Bahnhöfe habe ich in meiner Serie  nicht berücksichtigt.

 

Vielmehr habe ich mich auf die Suche gemacht nach noch im Bahnbetrieb befindlichen oder ehemaligen Empfangsgebäuden, in denen es einst Fahrkartenschalter und die Möglichkeit zur Gepäckaufgabe oder Warenverzollung gab, die außerdem Toiletten, beheizten Schutz vor Wetterwidrigkeiten und im besten Fall eine Gaststätte oder einen Kiosk bieten bzw. boten. Ich war erstaunt, wie viele solcher Bahnhofsanlagen oder Reste davon es im Saarland noch gibt. Der Anteil der umgenutzten in meiner Serie ist mit ca. 75 % deutlich in der Überzahl und etliche sind mir sicherlich noch verborgen geblieben. Die Vielzahl der (ehemaligen) Bahnhöfe veranschaulicht jedenfalls, welche Bedeutung der Bahn als Verkehrsmittel einst beigemessen wurde, bevor das Bahnstreckennetz seit den 1960er Jahren immer weiter rückgebaut wurde, weil u. a. der Individualverkehr stetig zunahm und ein großer Teil der Gütertransporte auf asphaltierte Trassen verlegt wurde.

 

Auch im Zuge der Bahnreform, die von 1994 bis 2000 stattfand, wurden nochmals etliche Empfangs­gebäude von der Bundesbahn an Privatpersonen oder Investoren veräußert, darunter auch Bahnhofsgebäude, die unter Denkmalschutz stehen. Dies hat manche leider nicht davor bewahrt, nach und nach in einen immer desolateren Zustand zu verfallen. Andere wiederum hatten großes Glück mit ihren neuen Besitzern und stellen immer noch oder wieder sehr ansehnliche Bauten dar. Und so vielfältig wie das architektonische Erscheinungsbild sind inzwischen auch die Folgenutzungen dieser Gebäude.