Die erste Welle der Umbettungen läuft. Ein Herr erzählt mir, dass nicht alle, die in Keyenberg beerdigt wurden, auf den Friedhof im Ersatzort verlegt werden, sondern auf Wunsch der grabpflegenden Angehörigen ggf. in deren Gemeinden eine neue Ruhestätte finden. Und manche, die erdbestattet wurden, werden nun eingeäschert und wechseln in ein Urnengrab bzw. in eine -wand.

Damit alles seine Ordnung behält, werden die ehemaligen und neuen Gräber mit entsprechend beschrifteten Holztäfelchen versehen. Auf dem alten Friedhof verschwinden sie nach einiger Zeit, weil jemand sie mitnimmt oder sie den Wettereinflüssen nicht länger standhalten, auf dem neuen Friedhof werden sie nach Neusetzung des Grabsteins entfernt. Am Ende der Umsiedlung werden die Reste derjenigen, für die sich kein Angehöriger mehr interessiert, in ein Gemeinschaftsgrab überführt.

 

Bei meinem Spaziergang durch den Ort komme ich am Bolzplatz vorbei, auf dem die Aschereste des Martinsfeuers zu sehen sind, das in diesem Jahr zum letzten Mal in Keyenberg angezündet wurde.

Nach meinem Eindruck sind nicht mehr als 25 % der Häuser noch bewohnt, aber auch nach Einsetzen der Dunkelheit fühlt es sich dort für mich nicht unangenehm an.

 

Im Ersatzort komme ich mit einem Ehepaar ins Gespräch, das seit einem halben Jahr dort wohnt und zufrieden mit der neuen Wohnsituation ist. Die Entschädigung für das frühere Haus hat für den Neubau gereicht, der aber im Gegensatz zum alten Haus nicht unterkellert ist und dank der bereits ausgezogenen Kinder mit geringerer Wohnfläche geplant wurde. Neubau ohne Keller entspricht nach meinem Eindruck eh dem allgemeinen Trend, als Ersatz dienen Schuppen im Garten oder üppige Garagen.

 

 

 

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