Vor zwei Monaten fand das letzte Schützenfest in Keyenberg statt und einzelne Straßenschmuckreste davon finde ich noch vor. Schon ab dem nächsten Jahr soll das Schützenfest nämlich in der neuen Siedlung stattfinden.

Aktuelle Telefonbücher wurden vor kurzem verteilt, auch an die Häuser, deren Briefkästen bereits zugeklebt sind.

Eines der letzten Geschäfte verabschiedet sich in diesem Jahr nicht nur in die Sommerferien, sondern endgültig.

Und auch der Kindergarten wird Ende Juli geschlossen. Im Ersatzort ist kein neuer vorgesehen, zukünftig wird der vom Nachbarort mitgenutzt.

 

Mehrere Keyenberger bestätigen mir meinen Eindruck, dass das Dorf sich deutlich schneller leert als die davor umgesiedelten Orte. Und noch ein Punkt unterscheidet diese Umsiedlung: Die Keyenberger haben sich mit RWE darauf verständigt, dass die verlassenen Häuser so lange wie möglich nicht mit Sperrholzplatten zugenagelt werden. Das scheint auch noch gut zu funktionieren, denn Spuren von Vandalismus sehe ich an leergeräumten Gebäuden bislang so gut wie keine. Es gibt allerdings Fenster in wenig exponierter Lage, die vorsorglich von innen zugemauert wurden.

 

Vom Bündnis "Alle Dörfer bleiben!" gibt es Bestrebungen, Mietverträge für Leerstände zwischen RWE und Familien, die bereit sind befristete Mietverträge abzuschließen, zu vermitteln. Denn so mancher fühlt sich durch den Abschlussbericht der Kohlekommission in seiner Hoffnung bestärkt und hält eine neue Leitentscheidung, die das Weiterbestehen u. a. von Keyenberg ermöglichen würde, für denkbar. Das ist wiederum eine schreckliche Vorstellung für andere, die womöglich unnötiger Weise bereits die Flucht nach vorne angetreten haben und ein Szenario, in dem es am Ende zwei Orte (Alt- und Neu-Keyenberg) gibt, als Desaster für die Dorfgemeinschaft bewerten.