Die frühgotische, dreischiffige Abteikirche mit ihrem weithin sichtbaren Turm, den ein barocker Turmhelm ziert, ist bis heute Zentrum und Wahrzeichen des Ortes. Die Kirche wurde im 13. Jahrhundert erbaut und gehört zum Benediktiner-Kloster St. Mauritius, von dem es heißt, es sei mit erster urkundlicher Erwähnung in 634 n. Chr. das älteste in Deutschland. Momentan leben darin 11 Mönche.

 

Von 2016 bis 2020 wurde die denkmalgeschützte Kirche mit Ausnahme der Steinumrahmung ihres Hauptportals aufwändig saniert. Insbesondere zur Restaurierung des Rundbogenfeldes über der bronzenen Kirchentür, dessen Figuren bis zur Unkenntlichkeit verwittert waren, haben sich Abtei und Landesdenkmalamt erst vor kurzem geeinigt.

 

Im Innenraum am Eingang in das rechte Seitenschiff kann man entdecken, was es mit der Redewendung „Der Teufel steckt oft im Detail“ auch auf sich haben kann. Die kleine Verkörperung des Bösen soll als Gegensatz das Gute betonen und sitzt in einem Blattwerkkapitell abgewandt vom Altar.

 

Die Abteikirche gehört nun zu den touristischen Highlights des Saarlandes. Dies liegt zu einem großen Teil an ihren neugestalteten Fenstern. Die unentgeltlich erstellten Entwürfe der drei Chorfenster mit kaleidoskopartig gespiegelten Mustern stammen von Gerhard Richter. Es wird wahrscheinlich das letzte große Werk des renommierten 90-jährigen Künstlers sein. Die Richterschen Entwürfe wurden von der Münchener Glaswerkstätte Gustav van Treeck umgesetzt.

Alle anderen neuen Fenster wurden von Mahbuba Maqsoodi geschaffen und stellen Geschichten aus dem Alten und Neuen Testament sowie dem Leben von Heiligen und Szenen aus der Gründungsgeschichte der Abtei dar. Die afghanische Künstlerin hatte den Auftrag dazu im Rahmen einer Ausschreibung erhalten.

Nur ein Fenster von Robert Köck, dessen Fenster 1959 eingebaut worden waren, blieb zur Erinnerung an ihn erhalten, und zwar das kleine runde an der Westseite des rechten Seitenschiffs. Es war sein Lieblingsfenster.

 

Den Kontakt zu Gerhard Richter hatte Bernhard Leonardy maßgeblich unterstützt, er ist u.a. Intendant der Internationalen Musikfestspiele Saar und Kantor der Saarbrücker Basilika St. Johann. Die Eröffnungsfeier der Abteikirche begleitete er als Organist. Die Oberlinger-Orgel war im Zuge der Kirchenrenovierung abgebaut und durch die Firma Hugo Mayer Orgelbau in Heusweiler technisch neu errichtet worden. Etwa die Hälfte der Pfeifen des früheren Orgelwerkes und das historische Gehäuse aus der Barockzeit wurden wiederverwendet.